RSS
Posts mit dem Label Hochzeit Brauchtum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hochzeit Brauchtum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 4. Dezember 2012

Ein Traum - in Weiß, Rot oder Blau?

Ein Traum - in Weiß, Rot oder Blau?

Damit die eigene Hochzeit zur Traumhochzeit wird, gibt es unzählige Hinweise, Ratgeber und sogar Unternehmen, die sich mit der Durchführung einer Hochzeitsfeier befassen. Wie der Tag der Trauung zum großen Traum wird, bleibt offen. Der Geschmack von Verlobten ist einfach zu unterschiedlich und nicht jeder schwört auf den Traum in Weiß vor einer altertümlichen Kirche. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, die Planung nicht vollständig aus der Hand zu geben und seine eigenen Bedürfnisse genau mitzuteilen. Erst, wenn die Wünsche der beiden Hauptcharaktere in Erfüllung gehen, wird die Hochzeit zur persönlichen Traumhochzeit - und diese darf auch aus dem Rahmen fallen.

Alte Bräuche oder neue Trends

Über viele Jahrzehnte hinweg herrschte in der Hochzeitsplanung ein dominierendes Bild vor. Die Hochzeit musste in einer Kirche stattfinden, die Brautjungfern passend zum Hochzeitspaar gekleidet sein und das ganze Ambiente feierlich sein. Umso mehr Gäste der kirchlichen Trauung beiwohnten, als desto ansprechender galt die Feier. In den letzten Jahren hat sich dieses Bild gewandelt und viele Hochzeiten wenden sich vom althergebrachten Bild ab. Längst trägt nicht mehr jede Braut ein weißes, wallendes Kleid. Farbe dominiert die kirchlichen und standesamtlichen Trauungen. Auch die sich anschließende Feier darf vom gehobenen Ambiente abweichen. Wenn das Hochzeitspaar jung ist oder ausgefallenen Hobbys nachgeht, dann kommen diese Aspekte deutlich zum Tragen. Es ist durchaus gebräuchlich, dass keine ruhige Musik aus den Lautsprechern dringt, sondern ein stimmungsaufhellender Alleinunterhalter oder eine Rockband während der Feierlichkeit auflegt.

Bei der Planung Wünsche berücksichtigen

Die wenigsten Hochzeitspaare planen ihren größten Tag allein. Bevor auch nur der erste Schritt getätigt wird, sollte sich mit dem Hochzeitspaar auf eine Richtung geeinigt werden. Jetzt gilt: Selbst wenn die Wünsche noch so ungewöhnlich klingen, der Wunsch des Brautpaars ist Befehl. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Dekoration und die Kleiderwahl nicht aufeinander abgestimmt werden. Diese Vorgehensweise bleibt selbst bei den ungewöhnlichsten Hochzeitsgesellschaften erhalten. Werden die Bedürfnisse des Brautpaares aber vollständig berücksichtigt und umgesetzt, wird aus jeder Hochzeit die perfekte Hochzeit. Und dann macht es noch größere Freude, im Anschluss an die Hochzeit individuelle Hochzeit-Danksagungskarten bei der Kartenmacherei zu erstellen. 

Sonntag, 27. März 2011

Der Hochzeitstanz, ein schöner Brauch


Der Hochzeitstanz ist ein schöner Brauch, der eigentlich zu jeder Hochzeit dazugehört und der von dem Hochzeitspaar am Hochzeitstag eröffnet wird.

Die Hochzeitsgäste stellen sich in einen Kreis um das Brautpaar herum und klatschen im Rhythmus, während das Hochzeitspaar den Hochzeitstanz tanzt. Viele Brautpaare lieben die alten Traditionen und tanzen einen Hochzeitswalzer. Es muss aber nicht immer ein Walzer sein und viele Brautpaare möchten den Hochzeitstanz zu ihrer Lieblingsmusik tanzen.

Vor der Hochzeit üben manche Brautpaare den Hochzeitstanz, da sie sich an ihrem Hochzeitstag nicht blamieren möchten. Die einen lernen den Hochzeitstanz von ihren Eltern oder Freunden und die anderen gehen  in eine Tanzschule. 

Wer einen Discjockey für die Hochzeit engagieren möchte, sollte sich vor der Hochzeit erkundigen, ob er die passende Musik für einen Hochzeitstanz in seinem Repertoire hat. Viele Brautpaare haben aber auch einen Alleinunterhalter und diese haben mit Sicherheit die richtige Musik für einen Hochzeitstanz.

Wer aber gar keine Idee hat, auf welche Musik der Hochzeitstanz getanzt werden könnte, kann sich im Internet Anregungen holen. Natürlich sollte der Festsaal groß genug sein, damit nicht nur der Hochzeitstanz getanzt werden kann, sondern auch alle Hochzeitsgäste Platz haben zum Tanzen.

Mittwoch, 22. April 2009

Diamanten - Tränen der Götter

Für manche Griechen waren Diamanten die Tränen der Götter. Sein Mythos, seine Faszination und Brillanz unterscheiden den Diamanten von allen anderen Edelsteinen. Vor allem seine Einzigartigkeit, denn kein Diamant gleicht dem anderen.
Diamanten halten seit über 3000 Jahren die Menschheit in ihrem Bann. Seitdem wurde dem Diamanten die verschiedensten Kräfte nachgesagt. Und es ist sicherlich kein Wunder, dass er zum Symbol der Liebe wurde.
(c) Privat

Diamanten zu Verlobung und Hochzeit als Hochzeitsgeschenk hat eine lange Tradition. Allerdings war Dimantschmuck bis weit ins Mittelalter hinein allein Männern vorbehalten. Seit dem 15. Jahrhundert aber dürfen auch Frauen Diamanten tragen. Heute tun sie es sogar mit dem größten Vergnügen und allergrößten Selbstverständlichkeit. Die meisten Damen-Trauringe haben einen oder mehrere Diamanten bzw Brillanten.

Kein Wunder, ist der Diamant heute zum populärsten Eheversprechen geworden. Und wie die Brautmode heute Brautkleider für jeden Typ anbietet, hat sich auch das Ringdesign gewandelt. Im 15. Jahrhundert war es üblich, die Ringe an der Oberfläche oder Innenseite zu gravieren oder mit poetischen Worten zu verstehen.

Sonntag, 17. Februar 2008

Bräuche für die große Liebe

Über viele Traditionen mag man heute nur noch schmunzeln. Einige davon sind aber auch in unserer Vorstellung so eng mit der Hochzeit verknüpft wie das Ja-Wort selbst.

Sie wollen einen Ehemann? Kein Problem - einfach bei der nächsten Hochzeit, auf die Sie eingeladen werden, an vorderster Front stehen und am höchsten hüpfen, damit Sie auch ganz sicher den Strauß fangen, den die Braut rücklings in die Menge werfen wird. »Quatsch«, meinen Sie als aufgeklärter Mensch. Dann lassen Sie sich doch von all jenen eines Besseren belehren, die auf die positive Wirkung dieses Brauches schwören, weil ihnen der »fliegende Blumenstrauß« tatsächlich den Erfolg brachte, den er versprach. Mag es der pure Zufall gewesen sein oder aber höhere Fügung - es gibt die Fälle wirklich, in denen der Zauber wirkte. Und spätestens dann, wenn Sie eines Morgens selbst in ein Traumkleid schlüpfen, bedächtig ein Strumpfband über das Bein ziehen, Ihre seidenen Brautschuhe anziehen und darauf warten,
dass der blumengeschmückte Oldtimer vorfährt, werden Sie nichts auslassen wollen, was alten Überlieferungen zufolge »ewiges Glück« verheißt. Ob Glaube oder Aberglaube interessiert doch gar nicht. Wichtig ist nur das gute Gefühl dabei, das Wissen, dass seit langem bestehenden Traditionen mit jeder einzelnen Hochzeit von Neuem der Atem eingehaucht wird, der sie weiterleben lässt. Irgendetwas sagt uns, miteinander verwurzelt zu sein, wenn sich Oma bei Opa einhakt und ihm selig ins Ohr flüstert: »Weißt du noch, wie es damals bei unserer Hochzeit war? « Genau dann spürt man nämlich, dass der Liebeszauber bei den Großeltern ja gewirkt haben muss. Und - sind Sie nun neugierig und wollen wissen, was Sie tun müssen, damit Ihr »Ja« auch auf immer und ewig hält? Diese Bräuche tun alles, um böse Geister in die Flucht zu schlagen und Ihr Glück zu besiegeln.


Zauber rund ums Hochzeitskleid
Sicherlich wissen Sie schon, dass der Bräutigam das Traumkleid seiner Liebsten vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekommen darf. Heute nehmen wir es mit diesem Brauch wohl nur deshalb so ernst, weil Er umso gerührter sein wird, wenn er Sie das erste Mal in Ihrem Hochzeitskleid sieht. Früher glaubte man allerdings, dass so viel Neugier vor der Hochzeit ganz einfach Unglück bringe. Genauso wie ein Brautkleid, das sich die Braut selbst genäht hatte. »So viele Stiche, so viele Tränen«, sagt ein alter Spruch, weshalb selbst gelernte Schneiderinnen die Finger von ihrer eigenen Hochzeitsrobe und lieber eine Kollegin ans Werk gehen ließen. Derjenigen, die den ersten Stich am Brautkleid nähte, soll dann innerhalb des folgenden Jahres eigenes Eheglück beschert sein.

Heutzutage wird die Sache mit dem Selbernähen kaum noch eine Braut betreffen. Alles wird im Brautfachgeschäft fix und fertig gekauft. Doch aufgepasst: Auch ein zu früh fertig gestelltes Hochzeitskleid verheißt nichts Gutes. Denn der Überliefung nach sollte bis zur letzten Minute an dem guten Stück gearbeitet werden. Da hilft ganz einfach ein kleiner Trick: Trennen Sie eine Zierblüte vom Träger oder die Schleife vom Taillenbund ab und lassen Sie sie am Morgen der Hochzeit wieder anbringen. Jetzt müssen Sie nur noch jemanden finden, der diesen Job für Sie übernimmt - nicht vergessen: als Braut sollten Sie es lieber bleiben lassen, Nadel und Faden zu schwingen.

Der gute, alte Glückspfenning(cent)
Eine nette Geste ist es auch, wenn kurz vor der Abfahrt zur Kirche ein Glückscent in den Saum des Kleides genäht wird. Einer einfacheren Variante nach trägt man das Geldstück im Brautschuh: Das soll garantieren, dass ein Paar nie über Geldsorgen klagen muss. Nicht minder interessant ist allerdings die Frage, wie die Braut ihr Schuhwerk überhaupt gekauft hat. Es sind doch hoffentlich Centstücke gewesen, mit denen sie bezahlt hat. Schummeln ist dabei natürlich nicht erlaubt - Frauen müssen sich das Kleingeld schon nach und nach ansparen; einfach zur Bank gehen und sich große Scheine klein machen zu lassen, gilt nicht. Zweifelsohne soll das Fußkleid jedoch mehr können, als man ihm zunächst zutrauen möchte. Glaubt man dem Brauch, der in einigen Gegenden zelebriert wird, kann er sogar für lebenslange Gesundheit sorgen: Dafür wird der Braut ein Schuh ausgezogen und mit Blumen gefüllt, während dem Brautpaar ein Glas Wein serviert wird, das es dann gemeinsam leer trinkt.

Keine Chance für böse Geister

Doch eigentlich rankten sich die meisten Hochzeitsbräuche um nichts anderes als das Vertreiben von bösen Geistern. Die scheppernden Dosen am Heck des Autos sollen sie genauso erschrecken, wie das laute Hupen des ganzen Konvois. Selbst die Brautjungfern hatten ursprünglich keine andere Aufgabe als ebendiese. Sie waren traditionell genauso ähnlich und vor allem in Weiß gekleidet wie die Braut, was alle Dämonen selbstverständlich furchtbar verwirrte. Ein anderer guter Ratschlag ist da für Brautpaare wie geschaffen: Bei der Trauung sollen die beiden nämlich ganz eng nebeneinander stehen, damit sich nicht ein einziger böser Geist zwischen das junge Glück drängen kann. Dieser Brauch ist fast zu schön, um nur in der Kirche strengstens befolgt zu werden. Und wenn Er seinen Schatz nach langer Feier endlich über die Schwelle tragen darf, ist nicht nur verhindert, dass auch schlechte Energien mit ins Haus huschen, sondern gleichzeitig noch für viel Spaß gesorgt. Denn mit diesem Brauch beginnt ein neuer Lebensabschnitt und vor allem: die Hochzeitsnacht. Und die kann doch wohl nichts anderes als pures Glück zu bringen. Ansonsten ließe sich dies auch dem Wetter abverlangen. Es ist nämlich keinesfalls so, dass Ihnen ein wolkenverhangener Himmel die Sorgenfalten auf die Stirn beschwören muss. Zugegeben: Eitel Sonnenschein ist zur Hochzeit schon nicht schlecht - vor allem, wenn man um die schicken Schuhe und das teure Brautkleid bangen muss. Doch ein paar Regentropfen haben noch niemandem geschadet. Brautpaaren sollen sie sogar richtig viel Glück bescheren. Wenn das Nass zum Beispiel den Brautkranz benetzt, dürfen sich die jungen Eheleute über Wohlstand freuen. Auch morgend- oder abendlicher Regen soll »früher oder später« Reichtum bringen.

Tränen können Gold wert sein
Wenn's denn schon nicht vom Himmel regnet, darf die Braut gerne auch selbst aushelfen: Ihre Tränen sind ebenfalls pures Glück wert. Und keine Sorge: Sie werden sich zum Weinen schon nicht zwingen müssen. Auch Ihr Hochzeitstag wird das Herz gewiss so anrühren, dass die Tränen von ganz alleine fließen - und die Ihrer Mutter, Oma, Freundin und Schwester gleich dazu. Und das ist auch gut so, sagt uns doch das Sprichwort: »Lachende Braut - weinendes Weib; weinende Braut - lachendes Weib«. Und wer will schon probieren, ob's auch stimmt?

Doch die frisch getraute Ehefrau kann noch viel mehr tun, um für langes Glück zu sorgen. Sie sollte nämlich die erste sein, die nach der Trauung ihren Gemahl mit seinem Namen anspricht. Kommt ein anderer zuvor, will das nichts Gutes heißen. Anderes können Mann und Frau jedoch gemeinsam für Ihre Zukunft tun. Zum Beispiel die Kirche mit dem rechten Fuß zuerst betreten. Oder sich auf dem Weg zur Kirche nicht umzuschauen. Man könnte Ihnen dieses »Vergehen« wirklich krumm nehmen wird es doch der Überlieferung gemäß so gedeutet, als hielten Sie nach einem neuen Partner Ausschau. Und das schon vor dem Ja-Wort! Wer will das schon! Selbst nach der Trauung sollten Sie beim Auszug aus der Kirche bloß niemanden zwischen sich und Ihren Liebsten treten lassen - um des lieben Friedens willen. Während der Zeremonie kann sich das Paar noch im Flammen-Deuten üben. Wer beim Blick in die Hochzeitskerze flackernde Glut sieht, muss wohl eine stürmische Zeit befürchten. Ruhige Flammen versprechen hingegen ein geruhsames Eheleben. Apropos stürmisch. Vielleicht ist damit ja auch nur gemeint, dass Ihnen ein Haus voller Kinder beschert sein wird. Wenn das ohnehin Ihr Wunsch ist, können Sie noch mehr dafür tun - oder besser tun lassen. Das berühmte Reiswerfen -eigentlich eine Sitte aus dem asiatischen Raum -soll dazu gut sein. Heutzutage nimmt man auch gerne Konfetti dafür her oder lässt lustige Seifenblasen, die »Wedding-Bubbles« in die Luft steigen. Ebenso bezaubernd sieht es aus, wenn Kinder vor dem Brautpaar herschreiten und Blumen streuen. Ein schöner Brauch, der ebenfalls Glück und Fruchtbarkeit verheißt.

Vom Storch auf dem Dach
Manchmal sind es aber auch die Nachbarn oder Freunde, die bei der Familienplanung »zur Hand gehen«. Da wird ein Klapperstorch aus Holz ausgesägt oder gleich ein Kinderwagen auf dem Dach plaziert, damit der echte Klapperstorch auch ja nicht vorbei fliegt. Andere probieren es mit einem lustigen Gabenbaum oder spannen eine Wäscheleine mit Stramplern und Babywäsche. Wenn sich dann auch noch ein kleines Kind beim Hochzeitsessen auf den Schoß der Braut setzt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Doch es gibt für den Tag der Trauung noch zahlreiche weitere Überraschungen, die nicht nur symbolträchtig sondern auch sehr unterhaltsam sein können. Das Holzstammsägen ist ein typisches Beispiel dafür. Meist wird das Paar direkt nach dem Standesamt oder der kirchlichen Trauung dazu aufgefordert, ein ordentliches Stück Holz zu teilen. Teamwork ist hier gefragt. Wenn's gelingt, wissen die beiden, dass sie gemeinsam anpacken können. Allerdings sei an die Aufgabensteller appelliert, aus der kleinen Prüfung keine harte Probe für Braut und Bräutigam zu machen. Der Spaß hört schließlich auf, wenn man anstelle eines zufriedenen Strahlens nach gelungener Arbeit nur lange Gesichter sieht? Immer ein pures Vergnügen ist für das Brautpaar gewiss das Hochzeitsspalier. Egal, was die Gäste dafür in die Höhe halten, ob Besen, Blumenbogen, Feuerwehrschläuche oder Tennisschläger, wichtig ist nur, dass ein Tunnel entsteht, durch den die Hochzeitsleute ziehen können, nachdem sie zunächst ein Satinband zerschnitten haben. Auch durch diesen Brauch können Frischvermählte beweisen, wie gut sie Stolpersteine auf dem Weg ins neue Lebensglück überwinden.

Des eigenen Glückes Schmied
Im Grunde jedoch muss man einfach nur den richtigen Tag zum Heiraten wählen. Wie gut, dass der unter Brautpaaren für die standesamtliche Trauung ohnehin so heiß gehandelte Freitag auch noch eine gute Vorgeschichte hat: Er erhielt seinen Namen nämlich von der germanischen Liebes- und Segensgöttin Frija. Und der Samstag, dem die Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde zugeordnet werden, versteht sich obendrein noch auf einen inspirierenden Einfluss, der für das Brautpaar auch künftig keine Langeweile aufkommen lässt. Eines jedoch noch zum Abschluss: Ihre Hochzeit muss gewiss nicht zum Brauchtums-Marathon werden. Weder, um sie zum tollen Fest zu machen noch um die Zukunftsweichen in die richtige Stellung zu bringen. Zum Glück lässt sich das Glück nämlich nicht nur von Glücksbringern erzwingen, sondern vor allem und in erster Linie durch Ihr eigenes Zutun. Glück ist letztlich da, wo man es ganz einfach sehen möchte.

Samstag, 2. Februar 2008

Bekannte und weniger bekannte Bräuche rund um den Hochzeitstag.

Natürlich gibt es eine Vielzahl von Bräuchen und Traditionen rund um die Hochzeit. Vermutlich werden Ihre Gäste Sie mit einigen davon konfrontieren, sobald Sie die Kirche verlassen haben!
Reis oder Erbsen, die die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche auf das Brautpaar wirft, sollen Fruchtbarkeit, Kinder- und Geldsegen bringen. In einigen Gemeinden wird dieser Brauch jedoch nicht gerne gesehen, da die Körner eine Rutschgefahr darstellen und zudem Lebensmittel verschwendet werden. Weichen Sie deshalb gegebenenfalls auf Konfetti aus!
Ein Geldstück im Brautschuh sorgt für stets gesunde Finanzen in der Ehe.
Ein Brautpaar; das gemeinsam einen Teller Hirsebrei isst, wird nie Mangel leiden: Die vielen Körner in einer Hirserispe symbolisieren Reichtum.

HINDERNISSE
Viele Bräuche ranken sich um die Hindernisse, die das frischgebackene Ehepaar gemeinsam bewältigen muss. Bekannt ist das Baumstammsägen, bei dem Braut und Bräutigam mit vereinten Kräften einen dicken Ast durchsägen müssen. Eine andere Variante ist ein aufgespanntes Leintuch, auf das ein großes Herz gemalt wird. Das Brautpaar schneidet das Herz mit zwei Scheren aus (Unerschrockene nehmen Nagelscheren), um Hand in Hand durch das entstandene Loch zu steigen.

WASSER UND BROT
Beim Eintritt ins Haus oder ins Lokal wird dem Brautpaar ein Stück trockenes Brot gereicht, das mit Salz bestreut wurde. Dazu gibt es ein Glas Wasser. Braut und Bräutigam teilen sich Wasser und Brot. Anschließend wirft die Braut das leere Glas über die linke Schulter nach hinten, wobei es zerschellen muss. Das gemeinsame Essen und die Scherben sollen Wohlstand und Glück bringen.

GUTE OMEN
Der Ruf eines Kuckucks und fliegende Schwalben am Hochzeitstag gelten als glückverheißende Zeichen, ebenso gutes Wetter. In einigen Gegenden ist es jedoch der Regen, der dem Brautpaar eine segensreiche Zukunft vorhersagt. Am besten entscheiden Sie selbst, welchem Orakel Sie Glauben schenken möchten

BLUMENSTREUEN
Das Streuen von Blumen soll der frisch geschlossenen Ehe Fruchtbarkeit bringen. Die Blumenkinder (Mädchen und Jungen) kommen meist aus der Verwandtschaft des Brautpaares und sollten unter 8 Jahren sein.

VORSICHT GEISTER
Der Brauch der Brautjungfern, die die Braut zum Traualtar begleiten, entspringt einem alten Aberglauben: Am Hochzeitstag ist die Braut besonders von bösen Geistern bedroht. Glücklicherweise sind diese Geister nicht besonders klug: Durch eine Schar ähnlich gekleideter Mädchen werden sie verwirrt und lassen von ihrem bösen Vorhaben ab.

EIN AUTOGRAMM, BITTE
Wer wird die nächste Braut? Diese Frage wird hierzulande meist mit dem berühmten Brautstrauß-Wurf geklärt. Aus der Türkei kommt eine unterhaltsame Tradition, die Sie ausprobieren sollten: Kurz vor der Hochzeitszeremonie unterschreiben die Freundinnen der Braut auf den Sohlen der Brautschuhe. Wessen Name sich nach durchtanzter Nacht am stärksten abgerieben hat, ist als nächste dran!

Mittwoch, 30. Januar 2008

Lass Blumen sprechen

Akelei
Ihr Traumpartner soll stark, intelligent und weise sein? Nichts leichter als das! Stecken Sie einfach einige Blüten der Akelei, auch bekannt als ,,Taubenblume" ins
Brautgebinde. Am besten sieben an der Zahl, die stehen nämlich für sieben Gaben: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Furcht. Übrigens auch als Aphrodisiakum bekannt!

Christrose
Die clevere
Braut geht auf Nummer Sicher! Vor der Hochzeit jubelt sie ihrem Verlobten einfach ein Wurzelstück der Christrose unter und kann ihn beruhigt auf den Junggesellenabend entlassen: Die Christrosenwurzel gilt als Schutz für Verlobte vor bösen Einflüssen. Erblüht die Rose übrigens zur Weihnachtszeit, offenbart sie baldigen Kindersegen.

Distel
Welcher ist wohl der Richtige? Um der Qual der Wahl zu entgehen, befragten die englischen Adelsdamen im 19. Jahrhundert das Distel-Orakel! Die unschlüssige Lady legte nachts für jeden Bewunderer einen Disteltrieb unters Kopfkissen. Erkenntnis brachte am nächsten Morgen der Trieb, der über Nacht ausgeschlagen hatte. Das Symbol der Liebe lügt nicht!

Granatapfel
An Aphrodites Lieblingsbaum gedeiht das Symbol für sinnliche Liebe und Leidenschaft. ,,Haddad Rimmon" - Gott der Sonne nannten die alten Syrer den lieblichen Apfel. Wenn sie aufplatzt, enthüllt die gekrönte Frucht zahlreiche Kerne als Sinnbild für Zeugungskraft und Fruchtbarkeit. Manchmal genügt auch ein winziges Tröpfchen Grenadine im Liebes-Cocktail!

Hyazinthe
H steht natürlich für
Hochzeitsblume! Auserkoren von der göttlichen Blumenwiese symbolisiert die ,,Hyacinthus orientalis" das jährliche Wiedererwachen der Natur. Als Festschmuck bei Hochzeiten steht die blaue Blume, die 1576 aus den Gärten des Serail in Konstantinopel nach Europa kam, als Zeichen der ewigen Treue der Liebenden.

Jelängerjelieber
„Je länger sie vereint sind, je lieber haben sie sich!", könnte die blumige Übersetzung dieser auch als Geißblatt bekannten Pflanze bedeuten. Schon im Mittelalter symbolisierte das Geißblatt Dauer und Beständigkeit, aber auch lang anhaltenden Genuss. So liebten Edelritter und Burgfräulein sich in einer Geißblattlaube und hofften auf ewig währende Nächte!

Kamilie
Nie sah man sie ohne Kamelienstrauß in den Händen! Die Kurtisane Marguerite, besser bekannt als Kameliendame. Der berühmte Roman von Alexandre Dumas löste einen wahren Boom der asiatischen Pflanze aus. Galt die zarte Blüte doch als Ausdruck besonderer Eleganz und als Symbol der Freundschaft und des Strebens nach Harmonie.

Kornblume
Blumen von solch bestechender Farbe können nur dem Himmel selbst entstammen. Ein Symbol der Himmelskönigin Maria höchstpersönlich. Als Zeichen für Treue und Beständigkeit erfreute sich die „Centaurea cyanus“ schon im 16. Jahrhundert großer Beliebtheit. Sogar heilende Kräfte schreibt man der blauen Blume der Sage nach zu.

Levkoje
Eine Eigenschaft, die sowohl Frau als auch der Mann sich beim Traumpartner wünscht, Humor! Mit der duftenden Levkoje im
Brautstrauß ist mindestens ein Lächeln am Tag garantiert. Immerhin waren sich die Poeten stets einig über den Symbolgehalt des entzückenden Blümchens: Sie besagt ein heiteres Leben und ein friedliches Dasein.

Maiglöckchen
Die Nachtigall beginnt erst dann zu singen, wenn das erste Maiglöckchen blüht. Das bezaubernde Glöckchen läutet den beliebten
Hochzeitsmonat ein! Im Strauß der Braut symbolisiert das Maiglöckchen das Liebenglück und steht als Zeichen für eine richtig und endgültig getroffene Entscheidung! Was sollte noch wohl schiefgehen?

Nelke
Ihren Namen verdankt sie ihrer würzigen Schwester: weil die Gewürznelke in ihrer Form an Nägel erinnert, hieß sie ,,Nägelin", daraus wurde Nelke. Aphrodisische Wirkung zu haben sagte man beiden Pflanzen nach. Somit symbolisierte die Gartennelke fortan Liebe, Fruchtbarkeit und Verlöbnis und sie erblüht seit dem Mittelalter auf
Brautbildern.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Hochzeitstorten

Meistens wird für die Hochzeitstorte durch das Restaurant gesorgt, in dem Sie Ihren Empfang oder Ihr Fest feiern. Wollen Sie allerdings keine Standardtorte, sondern lieber eine eigene Torte, die genau Ihren Wünsch entspricht, dann können Sie die Torte besser durch einen Konditor backen lassen. Der Konditor sollte möglichst Erfahrung in Sachen Hochzeitstorten haben. Ein erfahrener und kreativer Konditor wird Sie nämlich gut beraten können. Sicher hat er wertvolle Ideen oder Tipps, wie Ihre Torte aussehen könnte, so dass Sie an ihrem schönsten Tag auch die schönste Hochzeitstorte anschneiden können.

Die Tradition der Hochzeitstorte ist schon Jahrhunderte alt. Schon die Römer kannten einen ähnlichen Brauch. Anstelle der Hochzeitstorte hatten die Römer ein großes Plätzchen, von dem Braut und Bräutigam den ersten Bissen nehmen mussten. Das stimmte die Götter milde und es hieß, dass sich das Hochzeitspaar einer fruchtbaren Ehe mit vielen Nachkömmlingen erfreuen werde. In England dagegen brachten alle Hochzeitsgäste eine kleine selbst gebackene Torte zur Hochzeitsfeier mit. Diese wurden allesamt aufeinander gestapelt und nun musste der Bräutigam versuchen, seine Braut über den Tortenberg hinweg zu küssen. Gelang ihm das, dann war das Paar mit viel Glück gesegnet. Der erste Konditor, der eine echte Hochzeitstorte gebacken hat, war ein Engländer, der die Kirche, die gegenüber seiner Bäckerei lag, aus Teig nach modellierte. Heutzutage sind Konditoren so gewandt, dass beinahe alle Wünsche und Formen von Hochzeitstorten möglich sind. Sie haben die Wahl zwischen der traditionellen Hochzeitstorte aus mehreren Etagen und Blumen aus Zucker oder Marzipan und einem Hochzeitspaar auf der obersten Etage und einer selbst entworfenen Torte, die ganz nach Ihren speziellen Wünschen bezüglich Geschmack und Aussehen gebacken wird. Beispielsweise kann das typische Marzipan ohne weiteres durch Früchte ersetzt werden. Für den Fall, dass sich unter den Hochzeitsgästen ein Diabetiker befindet, kann der Konditor eine Tortenetage zuckerfrei lassen.

ANSCHNEIDEN
Heutzutage wird die Hochzeitstorte meist von Braut und Bräutigam gemeinsam angeschnitten. Damit auch das Anschneiden der Torte den entsprechenden festlichen Rahmen erhält, sollte es mit einem wunderschön verzierten, silbernen Messer getan werden, das möglicherweise noch mit weißen Bändern geschmückt ist. Um das Anschneiden zu erleichtern, sollte das Messer vorher mit Wasser nass gemacht werden. Das verhindert, dass die Torte am Messer kleben bleibt. Die Verteilung der Tortenstücke an die Gäste der Hochzeitsgesellschaft wird nach dem Anschneiden durch das Brautpaar der Bedienung des Restaurants überlassen. So kann sich das Brautpaar genüsslich der Torte und/oder einem Glas Champagner oder einer Tasse Kaffee widmen. Die Hochzeitstorte wird meistens zu Beginn des Empfanges oder des Festes angeschnitten. Planen Sie dazu in Ihrem Tagesablauf genügend Zeit ein, so dass alle Gäste die Hochzeitstorte bewundern und Ihnen beim Anschneiden zuschauen können. Von diesem Augenblick entstehen meist die amüsantesten Fotos, da diese Situation nie ohne kleine Unglücke abläuft.

DIE TORTENSPITZE
Mittlerweile gibt es auch für die Verzierung der Tortenspitze so viele verschiedene Dinge, daß Sie auch hier nach Ihrem ganz persönlichen Geschmack wählen können. Anstelle des Brautpaares ziehen manche Paare beispielsweise zwei kleine Bären oder Tauben als Krönung der Torte vor. Figuren, die mit ihren Berufen oder Hobbys zu tun haben, sind auch sehr gefragt. Für Paare von dunklerer Hautfarbe sind ebenfalls passende Hochzeitspaare für die Tortenspitze erhältlich.

SÜß
Sie sollten auf jeden Fall mit dem Konditor ganz genau besprechen, was Sie von Ihrer Hochzeitstorte erwarten. Manche mögen es nicht so süß und wählen daher eine etwas herzhaftere Torte, oder sie entscheiden sich für eine Eistorte, die als Dessert nach dem Hochzeitsdiner aufgetragen wird. Außerdem sollte die Torte groß genug sein, d. h. planen Sie lieber mehr Tortenstücke ein als Gäste erwartet werden. Der Konditor wird Sie sicher nach der Gästeanzahl fragen. Sie können auch angeben, womit die Torte gefüllt sein soll, z. B. mit Likör oder lieber alkoholfrei. Außerdem haben Sie Einfluss auf die Farbe der Glasur. Oft wird diese nämlich entsprechend der Farbgebung des Brautstraußes gewählt, der während des Anschneidens meistens neben der Hochzeitstorte liegt.

Finale
Das anschneiden der Hochzeitstorte ist ein großer Augenblick. Offiziell muss die Braut die Torte anschneiden, um mit dem ersten Stück ihren frisch gebackenen Ehemann zu füttern. Dieser erste Bissen löst oftmals allgemeine Heiterkeit aus, da die Münder danach meist herrlich verschmiert sind oder die Torte auf der Krawatte landet und nicht im Mund des Geliebten.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Brauttraditionen

Auf alte Überlieferungen geht der Brauch zurück, dass die Braut am Hochzeitstag vier ganz spezielle Dinge trägt oder bei sich hat: etwas Altes - vielleicht ein Schmuckstück der Großmutter oder Mutter, um die Familientradition weiterzuführen; etwas Neues - als Zeichen für Optimismus, z.B. das Brautkleid; etwas Geliehenes. von einem glücklichen Menschen, kann ein Taschentuch sein; etwas Blaues - als Assoziation mit der Jungfrau Maria, meist ein Strumpfband.

Das nach der Trauung
von Freunden vor die Kirchentür gespannte Seil hat ebenfalls eine besondere Bedeutung. Indem der Bräutigam einen Tribut zahlt, kauft er sich von seinen Jugendsünden und gleichzeitig den Weg frei. Hier noch zwei andere Versionen: Das Seil ist die erste Zerreißprobe für die junge Ehe. Sie soll sich stärker erweisen als alle Hindernisse. Das Seil soll nicht das Brautpaar aufhalten, sondern die Dämonen, die das Eheglück bedrohen.

Die alten Germanen glaubten, dass böse Dämonen in Körperöffnungen eindringen. Damit sie nicht heimlich durch die Nasenlöcher schlüpften, verdeckte die Braut ihr Gesicht mit einem Schleier. Er war zugleich Sinnbild für Jungfräulichkeit. Aus diesem Grund wird der Schleier heute am Ende der Hochzeitsfeier
abgenommen.

Keine Braut sollte traurig sein, wenn Regentropfen auf ihren Schleier fallen. Schuld daran hat eventuell ein atlantischer Tiefausläufer. Doch unsere Ahnen sagten: Wenn es regnet am Altar, bringt das Segen für viele Jahr. Scheint dagegen am Hochzeitstag
die Sonne, dann kann auch nichts passieren, denn dem Sonnenschein schreibt man das Glück in der Ehe zu.

Eine besondere Symbolik hat das gemeinsame Anschneiden des Hochzeit
skuchens, der nicht, wie meist geglaubt, aus Amerika kommt. Schon im europäischen Kulturbereich spielte er eine große Rolle. Im alten Rom hieß die feierliche, sakrale Eheschließung »Confarreatio«, was wörtlich übersetzt »gemeinsames Kuchenessen« bedeutet. In England beispielsweise gibt es den üppigen »wedding cake«, der schon in alten Zeiten in drei Lagen gebacken wurde und bis zum Verzehr drei Monate ruhen mußte. Die erste und oberste Lage bestand aus Zucker, so süß wie die Liebe, die zweite Lage war aus Marzipan. Hier hatte man unter die süßen Mandeln ein paar bittere gemischt, was wohl den Brautstand symbolisieren sollte, und die dritte Schicht war der ,plum cake', der Rosinenkuchen - süß, sehr nahrhaft und manchmal auch schwer verdaulich, genauso, wie man über den Ehestand dachte. Wer beim gemeinsamen Anschneiden des Hochzeitskuchens die Hand obenauf hat, der soll der Herr im Haus sein für ewig.

Um die Vormachtstellung in der Ehe geht es auch auf dem Weg in die Kirche. Wenn es hier gelingt, dem Bräutigam
noch vor der Kirchentür kurz auf den Fuß zu treten, dann soll sicher sein, die Braut hat das Sagen in der Ehe.

Um das gleiche Thema geht es auch, wenn dem Braupaar bei der Feier auf einem Tablett zwei Gläser Wein und der Hausschlüssel serviert werden. Die beiden müssen zum Glas greifen, trinken und dann den Schlüssel nehmen. Derjenige, der zuerst den Schlüssel in der Hand hält, dokumentiert damit symbolisch die Schlüsselgewalt in der Ehe.

Wenn der Hochzeitstag um Mitternacht zu Ende geht, findet der Schleiertanz statt (Tipp: Ersatzschleier nehmen). Hier nur eine Version: Die Braut nimmt den Kranz mit dem Schleier
ab, lässt sich die Augen verbinden und setzt ihn einem der unverheirateten Mädchen auf, die um sie herum tanzen. Diejenige, die Schleier und Kranz bekommt, wird die nächste Braut - sagt man. Das gleiche gilt für die, die den Brautstrauss fängt.

Montag, 7. Januar 2008

Junggesellenabschied

Ein Sketch zur Hochzeit:

Die Heiratsanzeige

Szene: Anzeigenredaktion der Tageszeitung

Er: Guten Tag.
Sie: Womit kann ich dienen?
Er: Da es mir an anderer Gelegenheit fehlt, möchte ich bei Ihnen eine
Heiratsanzeige aufgeben.
Sie: Haben Sie besondere Wünsche?
Er: Ich war noch nie in meinem Leben anspruchsvoll.
Sie: Also können wir gleich mit dem Aufsetzen beginnen.
Er: Eine junge, anständige Frau, aus gutem Hause, mit blauen Augen und blondem Haar.
Sie: Muss es unbedingt blond sein?
Er: Ja, denn für blond hatte ich schon in der Kindheit eine
Vorliebe, was Mutters
Honigglas gerade nicht zuliebe kam.
Sie: Weiter.
Er: Ansehnliche Mitgift, Schuhgrösse 43.
Sie: (lacht) Warum denn ausgerechnet Schuhgrösse 43?
Er: Wissen Sie, meine Tante in Amerika hat mir letztes Jahr einen ganzen
Waschkorb voll ihrer getragenen Schuhe geschickt, und da wäre es gut, wenn sie meine
Frau auftragen könnte.
Sie: Weiter.
Er: Die Klavier spielen kann.
Sie: Waas Klavier spielen! Haben sie überhaupt ein Klavier?
Er: Nein, das grad nicht, aber ich meine halt, dass es einer Frau gut ansteht, wenn sie’s kann!
Sie: Weiter.
Er: Zwecks baldiger Heirat gesucht. So, nun reicht’s.
Sie: (liest die ganze Anzeige vor) Eine junge anständige Frau aus gutem Hause, mit
blauen Augen, und blondem Haar, ansehnliche Mitgift,
Schuhgröße 43, die
Klavier spielen kann,
zwecks baldiger Heirat gesucht.
(Sie rechnet den Preis aus, zählt)
2+ 4 + 6 = 12, also 12 x 3 = 36 Euro.
Er: Waas? 36 Euro? Das ist zuviel. Wer weiß, ob eine Frau überhaupt solch eine Summe wert ist.
Sie: Wir können ja manche Worte streichen, dann
wird’s schon billiger.
Er: Also fangen wir von vorne an.
Sie: Eine
Er: Streichen. Ist doch klar, dass ich keine drei will.
Sie: junge
Er: Streichen. Ist ja logisch, dass ich keine Grossmutter
mehr
heiraten will.
Sie: anständige
Er: Das lassen, anständig muss sie sein.
Sie: Frau
Er: Streichen! Hat noch keiner einen Mann
geheiratet.
Sie: aus gutem Hause
Er: Streichen! Ist mir doch egal, ob das Haus gut ist, aus dem sie kommt.
Sie: mit blauen Augen
Er: Streichen! Dem kann man, wenn’s Not tut,
ein bisschen nachhelfen.
Sie: und blondem Haar
Er: Streichen! Wer weiss, ob das bis dahin noch Mode ist.
Sie: ansehnlichen Mitgift
Er: ?ansehnlich? streichen. Was schert mich das, ob die Mitgift ansehnlich ist oder
nicht, Hauptsache, sie hat was.
Sie: Schuhgröße 43
Er: Streichen! Wenn die mal so 2 Monate meine Frau ist, passt sie sowieso in keine
Schlappen mehr.
Sie: die Klavier spielen kann.
Er: Streichen! Der wird ich schon selber die Saiten aufziehen.
Sie: zwecks baldiger Heirat
Er: Zwecks baldiger
Heirat streichen! Ist doch klar, dass
ich keine 30 Jahre mehr
warten kann.
Sie: Sie sind sehr genau in solchen Dingen.
Er: Kennen Sie nicht das kleine Verslein? Bei manchem
Heiratsinserat fällt man
gar gründlich rein, man schreibt einen Brief, bekommt ein Bild,
das muss ? ne
Schönheit sein, doch stehst du vor dem
Traualtar,
erschrickst du wie noch nie,
da kannst du gar nichts machen, da stehst du machtlos vis-a-vis.
Sie: So, nun will ich mal sehen, was noch übrig bleibt. (Laut) Anständige Mitgift gesucht!

Brautentführung

In vielen Kulturkreisen wurde früher die Braut vom Bräutigam aus dem Haus der Eltern geraubt. Das geschah manchmal nur symbolisch, oft war der Brautraub jedoch die einzige Möglichkeit für einen Mann, eine Frau für sich zu gewinnen. Bei einigen Völkern der Antike schadete es dem Ansehen der Braut, wenn sie im friedlichen Einvernehmen mit Eltern und Bräutigam in die Ehe ging. Sie stieg in der Achtung, wenn ihr zukünftiger Ehemann einen hohen Preis für sie bezahlte. Raubte er sie jedoch aus ihrem Elternhaus, dann wurde sie bis an ihr Lebensende von anderen Frauen um diese Ehe beneidet.

Heute hat sich der Brauch des Brautraubs gewandelt. Nun sind es die Freunde der Brautleute, die die frischgebackene Ehefrau im Verlauf des Hochzeitsfestes entführen. Ein oder zwei aus der Clique lenken die Trauzeugen - falls vorhanden - ab, vielleicht durch ein Gespräch, ein anderer nimmt den Brautstrauß, der unbedingt mit muss, und der nächste zieht die Braut mit, die selbstverständlich keinen Widerstand leistet. Sie darf sogar mitbestimmen, wohin es gehen soll. Meist wird ein stimmungsvolles Lokal gewählt, das nicht zu weit entfernt vom Ort des Hochzeitsfestes sein sollte. Dort wird Sekt oder auch etwas anderes getrunken und auf den jungen Ehemann mit seinen Helfern gewartet.

Einer der zurückbleibenden Gäste wird vorsichtshalber eingeweiht, wo die Entführer mit der Braut zu finden sind, falls die Suche allzu lange vergeblich bleibt. Übrigens: Die Trauzeugen dürfen bei der Entführung in keinem Fall mitwirken, denn sie müssen die Braut und ihren Strauß bewachen. Bei der Suche dürfen sie dann dem Bräutigam jedoch helfen. Die Rechnung im Lokal muss der Bräutigam bezahlen - als Lösegeld für die Braut, die er ja gern wiederhaben möchte.

Und wann soll die Entführung der Braut stattfinden? Das kann entweder nach dem Mittagessen, dem Kaffeetrinken oder auch nach dem Abendessen sein.Tipp: Die Entführung und die Suche nach der Braut dürfen nicht zu lange dauern, sonst langweilen sich die zurückgebliebenen Gäste des Hochzeitsfestes. Und das darf auf gar keinen Fall sein.